Markus Vinzent's Blog

Tuesday, 7 November 2023

The Pre-canonical Version of the Pauline Epistles (German translation)

 As work on the reconstruction of the precanonical Paul, as preserved in the collection of Marcion of Sinope, comes to a conclusion, here is a draft German translation of this reconstruction.

Bold and underlined means, that the text is attested. Bold alone, that the content is attested, but the wording is uncertain. Normal print means that the text seems to have been present (because of narrative need and lexical coherence).

An English translation by Mark Bilby is in preparation and will appear in print.

We start with the first two Epistles, the rest will follow.

 

1 (*Gal)

 

Vorwort: Die Galater sind Griechen. Zunächst hatten sie das Wort der Wahrheit von dem Apostel angenommen, doch nach seiner Abreise wurden sie durch Falschapostel versucht, so dass sie zum Gesetz und zur Beschneidung konvertierten. Diese ruft der Apostel zurück zum Glauben der Wahrheit, indem er ihnen von Ephesus aus schreibt.

1,1 Paulus, Apostel, nicht von Menschen oder durch einen Menschen, sondern durch Jesus, der Gesalbte, der sich von den Toten erweckt hat. 2 [¿an die Gemeinden?] in Galatien: 3 Gnade und Friede von Gott, Vater, und unserem Herrn Jesus.

6 Ich bin erstaunt, dass ihr euch schnell  hinwendet zu einer anderen Botschaft, die gegenüber meiner Botschaft überhaupt keine andere ist, es gibt nur einige Leute, die euch verwirren und die Botschaft des Gesalbten zu einer anderen verfälschen wollen. 8 Jedoch, auch wenn ein Engel vom Himmel euch eine andere Botschaft verkündet hätte als die, die wir verkündet haben - der sei verflucht, 9 wer euch eine andere Botschaft verkündet. 11 Ich gebe euch aber bekannt, Brüder: Die Botschaft, die ich verkündet habe, stammt nicht von Menschen; 12 ich habe sie ja nicht von einem Menschen übernommen und auch nicht gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu des Gesalbten empfangen. 13 Ihr habt gehört, als ich zum Judentum gehörte, dass ich die Kirche maßlos verfolgte und sie bekämpfte. 14 und im Judentum mich mit dem größten Eifer für die Überlieferungen meiner Väter einsetzte. 15 Als es ihm aber gefiel, der mich schon im Mutterleib auserwählt,  16 den Gesalbten zu offenbaren, damit ich ihn unter den Völkern verkünde, da zog ich nicht Fleisch und Blut zu Rate; 17 ich ging auch nicht nach Jerusalem. 2,1 Dann, vierzehn Jahre später, ging ich nach Jerusalem hinauf, (1,18 ...) um Petrus kennenzulernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. (1,19) Von den anderen Aposteln sah ich keinen einzigen, außer Jakobus, den Bruder des Herrn. 2 Ich ging hinauf aufgrund einer Offenbarung, legte ihnen die Botschaft  vor, die ich unter den Völkern verkünde, ich wollte sicher sein, dass ich nicht ins Leere gelaufen bin oder laufe, doch nicht einmal mein Begleiter Titus, der Grieche ist, wurde gezwungen, sich beschneiden zu lassen. Den falschen Brüdern, jenen Eindringlingen, die sich eingeschlichen hatten, um die Freiheit, die wir in dem Gesalbten haben, auszuspähen und uns zu versklaven, haben wir uns auch nicht einen Augenblick unterworfen und nicht nachgegeben, damit euch die Wahrheit des Evangeliums erhalten bleibe. Nichts hat man mir auferlegt, Petrus, Jakobus, und Johannes gaben mir die rechte Hand, damit ich zu den Heiden gehe, sie zu den Beschnittenen, 10 auf dass wir an die Armen denken. 11 Petrus habe ich ins Angesicht widerstanden, weil er sich ins Unrecht gesetzt hatte, 12 er hatte mit den Heiden gegessen, als er aber kam, sonderte er sich ab,  denn er fürchtete die aus der Beschneidung. 13 Und mit ihm heuchelten die anderen. 14 Aber dass sie nicht geradlinig auf die Wahrheit des Evangeliums zugingen, warf ich dem Petrus vor: 16 Ein Mensch wird nicht aus Werken des Gesetzes gerecht, sondern allein aus dem Glauben, 18 wenn ich nämlich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue. 20 Was ich nun im Fleische lebe, lebe ich im Glauben an Gott und den Gesalbten, der mich erkauft und sich für mich hingegeben hat, 3,10-11 dass der Gerechte aus dem Glauben leben soll. Diejenigen nämlich, die unter dem Gesetz sind, sind unter einem Fluch. 12 „Wer sie aber tut, wird in ihnen leben“.[1] 13 Der Gesalbte hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist; Verflucht ist jeder, der am Holz hängt, 14 auf dass wir so das Lob des Geistes durch den Glauben empfangen. 26 Denn alle seid ihr Söhne des Glaubens.

4,1 Ich spreche aber noch nach Menschenart. 3 Solange wir unmündig waren, waren wir Sklaven der Elementarmächte dieser Welt. 4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir in die Sohnschaft aufgenommen würden. Dass ihr aber Söhne Gottes seid, sandte er seinen Geist in unsre Herzen, den Geist, der ruft: Abba, Vater. 8 Wenn ihr dann den Naturgöttern dient, 9 wie könnt ihr als Gott Erkennende wieder zu den schwachen und armseligen Elementarmächten zurückkehren, 10 die ihr so ängstlich auf bestimmte Zeiten achtet, auf Tage, Monate und Jahre? 21 Die ihr euch dem Gesetz unterstellen wollt, lest Ihr das Gesetz nicht? 22 Es steht doch geschrieben: Abraham hatte zwei Söhne, einen von der Sklavin, den andern von der Freien, 23 einerseits den von der Sklavin dem Fleisch nach, andererseits den von der Freien aufgrund der Verheißung Gezeugten. 24 Das ist bildlich gesprochen: Diese (Frauen) bedeuten zwei Testamente. Das eine stammt vom Berg Sinai, das in die Synagoge der Juden zeugt gemäß dem Gesetz, zur Sklaverei, 25 Laod 1,21 das andere zeugt hoch über jegliche Hoheit, Macht und Herrschaft und (über) jeden Namen, der nicht nur in dieser Weltzeit, sondern auch in der künftigen genannt wird, 26 in welche heilige Kirche wir uns begeben haben, die unsere Mutter ist. 31 Daraus folgt also, meine Brüder, dass wir nicht Kinder der Sklavin, sondern der Freien sind.

5,1 Zur Freiheit hat uns der Gesalbte befreit. Lasst Euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft durch das Gesetz auflegen! Ich verweise aber darauf, dass der Mensch, der sich beschneiden lässt, verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu halten. 6 In dem Gesalbten vermag weder die Beschneidung noch die Unbeschnittenheit etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe erfüllt. Ein wenig Sauerteig verdirbt den ganzen Teig. 10 Wer euch verwirrt, wird das Urteil zu tragen haben. 14 Denn das ganze Gesetz ist in Euch erfüllt. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! 19 Offenkundig sind die Werke des Fleisches: Ehebruch, Unreinheit, Ausschweifung, 20 Götzendienste, Zaubereien, Feindschaften, Streitigkeiten, Eifersüchte, Jähzornigkeiten, Eigennutzen, Spaltungen, Parteiungen, 21 Neidereien, maßlose Trinkereien und Essen, wie ich es vorausgesagt habe: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben. 24 Die zu dem Gesalbten gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt.

6,2 Einer trage des anderen Last; so erfüllt ihr mit einem mal die Thora des Gesalbten. Wer aber im Wort des Evangeliums unterwiesen wird, lasse den, der ihn unterweist, an allen Gütern teilhaben. 7 Ihr irrt, Gott lässt seiner nicht spotten; denn was der Mensch sät, wird er auch ernten. 8 Wer auf das eigene Verderben sät, wird aus dem Verderben Verderben ernten; wer aber auf das Leben sät, wird vom Leben Leben ernten. 9 Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun; wir werden ernten, sobald die Zeit dafür gekommen ist. 10 Deshalb lasst uns, solange wir Zeit haben, Gutes tun. 12 Jene Leute, die im Fleisch nach Anerkennung streben, nötigen euch nur deshalb zur Beschneidung, damit sie wegen des Kreuzes des Gesalbten nicht verfolgen werden. 13 Doch die beschnitten sind, halten nicht einmal selbst das Gesetz dennoch dringen sie auf eure Beschneidung, damit sie sich eures Fleisches rühmen können. 14 Die Welt ist mir gekreuzigt und ich der Welt. 15 In dem gesalbten Jesus nämlich vermag weder die Beschneidung noch das Unbeschnittensein etwas, sondern eine neue Schöpfung 17 ich nämlich trage die Leidenszeichen des Gesalbten an meinem Leib.

2 (*1Kor)

Vorwort: Die Korinther sind Achäer. Gleichsam hatten sie vom Apostel das Wort der Wahrheit gehört, doch auf vielfache Weise wurden sie durch Falschapostel untergraben, manche verführt durch wortreiche philosophische Rhetorik, andere irregeführt durch eine Sekte des jüdischen Gesetzes. Diese ruft der Apostel zurück zur wahren und evangelischen Weisheit, indem er ihnen von Ephesus schreibt.

1,1 Paulus, Apostel Jesu, des Gesalbten, 2 an die Kirche, die in Korinth ist. 3 Gnade und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus! 18 Das Kreuz des Gesalbten ist denen, die verloren gehen, Torheit; denen aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft und Weisheit. 19 Es steht nämlich geschrieben: Ich werde die Weisheit der Weisen vernichten / und die Klugheit der Klugen abweisen. 20 Gott hat nämlich alle Weisheit der Welt als Torheit entlarvt, 21 denn die Welt erkannte Gott nicht angesichts der Weisheit Gottes auf dem Weg der Weisheit. Gott beschloss, alle, die glauben, durch die Torheit der Verkündigung zu retten, 22 denn Juden fordern Zeichen, Griechen suchen Weisheit. 23 Wir verkünden den Gesalbten das Kreuz, Juden ein Ärgernis, Griechen eine Torheit. 24 für die Juden und Griechen der Gesalbte, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. 25 Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen. 27 Das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. 28 Und das Niedrige und das Letzte und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, 29 damit kein Fleisch sich rühmen kann, 31 damit, wie geschrieben steht, wer sich also rühmen will, der rühme sich des Herrn.

2,1 Ich verkünde das Geheimnis Gottes nicht durch Überzeugendes der Weisheit. Wir verkünden Weisheit unter den Vollkommenen der Machthaber dieser Zeit, die einst entmachtet werden. 7 Doch verkünden wir die Weisheit Gottes im Geheimnis, die verborgene, die Gott vor allen Zeiten vorausbestimmt hat zu unserer Verherrlichung.8 die keiner der Machthaber dieser Zeit erkannt hat; denn hätten sie die erkannt, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. 16 Denn wer begreift den Verstand des Herrn und wer kann ihn belehren?

3,10 Ich lege wie ein weiser Baumeister den Grund, 11 der gelegt ist: der Gesalbte. 12 Wer baut auf diesem Grund mit kostbaren Steinen, mit Holz weiter? 13 Der dieses Werk geschaffen hat, wird offenbar werden; denn im Feuer wird er offenbart, und wie das Werk beschaffen ist, wird das Feuer prüfen. 14 Hält das Werk stand, das er aufgebaut hat, so empfängt er Lohn. 16 Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch einwohnt? 17 Wer den Tempel Gottes zerstört, den zerstört es. 18 Werdet töricht, um weise zu werden. 19 Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott. Es steht nämlich geschrieben: Er fängt die Weisen in ihrer eigenen List. 20 Der Herr kennt die Gedanken der Weisen; er weiß, sie sind nichtig. 21 Daher soll sich niemand eines Menschen rühmen. Denn alles gehört euch; 22 Paulus, Kephas, Welt, Leben, Tod, Gegenwart und Zukunft: Alles gehört euch.

4,5 Er bringt sowohl Licht in das Verborgene des Dunkels wie er auch die Absichten der Herzen aufdecken wird, und dann wird jeder sein Lob von Gott erhalten. 9 Gott hat uns Apostel auf den letzten Platz gestellt, wie Todgeweihte; denn wir sind zum Schauspiel geworden für die Welt, für Engel und Menschen. 14 Dies schreibe ich euch als meine geliebten Kinder. 15 Ich habe euch durch das Evangelium gezeugt.

5,1 Allgemein heißt es unter den Heiden, dass einer mit einer Frau seines Vaters lebt, 2 Doch er möge aus eurer Mitte gestoßen werden, der so etwas getan hat. 3 Ich urteile, 5 diesen Menschen dem Satan zu übergeben zum Verderben seines Fleisches, damit sein Geist am Tag des Herrn gerettet wird. Schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr neuer Teig seid! Ihr seid ja schon ungesäuertes Brot; denn als unser Paschalamm ist der Gesalbte geopfert worden. 8 Lasst uns also das Fest nicht mit dem alten Sauerteig feiern, nicht mit dem Sauerteig der Schlechtigkeit, sondern mit den ungesäuerten Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit 11 zusammen essen. 6,3 Wisst ihr nicht, dass wir über Engel richten werden? Der Leib ist nicht für die Unzucht da, sondern für den Herrn und der Herr für den Leib, wie der Tempel für Gott und Gott für den Tempel, 14 der den Herrn auferweckt und der auch uns auferweckt hat. 15 Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder des Gesalbten sind? Darf ich nun die Glieder des Gesalbten nehmen und zu Gliedern einer Dirne machen? Auf keinen Fall! 16 Wisst ihr nicht: Wer sich an eine Dirne bindet, ist ein Leib mit ihr? Denn es heißt: Die zwei werden ein Fleisch sein. 18 Meidet die Unzucht! 19 Wisst ihr nicht, dass euer Leib nicht euch selbst gehört; 20 denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Drum verherrlicht also Gott im sterblichen Leib!

7,1 Über die Ehe: Es ist gut für den Mann, eine Frau nicht zu berühren. 2 Wegen der Unzucht soll keiner eine eigene Frau haben. 7 Ich will nämlich, dass die Menschen so wie ich sind. Doch jeder hat seine eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so. 8 Den Unverheirateten und den Witwen sage ich: Es ist gut, wenn sie so blieben wie ich. 10 Den Verheirateten gebiete nicht ich, sondern der Gesalbte: Die Frau soll sich vom Mann nicht trennen 11 - wenn sie sich trennt, so bleibe sie unverheiratet oder versöhne sich wieder mit dem Mann, 29 Denn die Zeit ist kurz -, und sich nur im Herrn zu verhüllen.

8,4 Wir wissen, dass ein Götze nichts ist, 5 und nämlich, selbst wenn es im Himmel oder auf der Erde die, die Götter heißen, gibt, 6 so gibt es für uns nur einen Gott, den Vater, aus dem alles ist und wir auf ihn hin, von dem unter allen auch der Gesalbte ist. 13 Wenn eine Speise meinem Bruder zum Anstoß wird, will ich bis in Ewigkeit kein Fleisch mehr essen, um meinem Bruder keinen Anstoß zu geben. 9, 4 Haben wir nicht das Recht, zu essen und zu trinken? 7 Wer leistet denn Kriegsdienst, wer pflanzt einen Weinberg und isst und trinkt nicht aus seinem Ertrag? Wer weidet eine Herde und trinkt nicht von der Milch? 8 Sage ich das nicht mit Bezug auf den Menschen, auch wenn das Gesetz des Mose das nicht sagt. 9 Es steht nämlich geschrieben: Du sollst dem Ochsen beim Dreschen keinen Maulkorb anlegen. Liegt denn Gott etwas an den Ochsen? 10 Unseretwegen wurde es geschrieben. 14 So hat auch der Herr denen, die das Evangelium verkünden, geboten, vom Evangelium zu leben. 15 Ich habe all das nicht in Anspruch genommen, Mir wird niemand diesen Ruhm entreißen. 16 Wenn ich das Evangelium verkünde, gebührt mir nämlich kein Dank. Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde! 17 Wäre es mein freier Entschluss, so erhielte ich Lohn. Wenn es mir aber nicht freisteht, so ist es ein Dienst, der mir anvertraut wurde. 18 Was wird nun mein Lohn sein? Dass ich unentgeltlich verkünde und so das Evangelium des Gesalbten bringe und keinen Gebrauch von meiner Autorität mache. 19 Obwohl ich also von niemandem abhängig bin, habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht, um möglichst viele zu gewinnen. 20 Den Juden bin ich ein Jude geworden, um Juden zu gewinnen; denen, die unter dem Gesetz stehen, bin ich, einer unter dem Gesetz geworden, um die zu gewinnen, die unter dem Gesetz stehen. Allen bin ich alles geworden, um alle zu retten.

10,1 Ich will Euch nicht im Unwissen lassen, Brüder, dass unsere Väter unter der Wolke waren, alle durch das Meer zogen und alle die geistgeschenkte Speise aßenund alle den geistgeschenkten Trank tranken; denn sie tranken aus dem geistgeschenkten Felsen, der mit ihnen zog. Und dieser Fels war der Gesalbte. 5 Er aber hatte an den meisten von ihnen in der Wüste kein Gefallen. 6 Das aber geschah als Beispiel für uns: damit wir uns nicht von der Gier nach dem Bösen beherrschen lassen, wie jene sich von der Gier beherrschen ließen. 7 Werdet nicht Götzendiener wie einige von ihnen; denn es steht in der Schrift: Das Volk setzte sich zum Essen und Trinken; dann standen sie auf, um sich zu vergnügen. 9 Lasst uns auch nicht den Gesalbten auf die Probe stellen, , wie es einige von ihnen sich herausnahmen, die dann von Schlangen getötet wurden! 10 Murren wir nicht, wie einige von ihnen murrten; sie wurden vom Verderber umgebracht! 11 Wie das aber ihnen geschah, ist uns zur Warnung aufgeschrieben worden, uns, die das Ende der Zeiten erreicht. 14 Darum also, meine Geliebten, meidet den Götzendienst! 19 Was meine ich damit? Dass Göttergaben wirklich etwas sind, oder Götzenopfer wirklich etwas ist? 20 Nein, aber was man dort opfert, opfert man den Dämonen und nicht Gott. 25 Alles, was verkauft wird, das esst. 28 Wenn euch aber jemand darauf hinweist: Das ist Götzenopfer!, dann esst nicht davon; 31 Ob ihr esst oder trinkt oder etwas anderes tut: alles zur Verherrlichung Gottes!

11,3 Der Gesalbte ist das Haupt eines Mannes. 4 Jeder Mann, der betet oder prophetisch redet und dabei sein Haupt bedeckt hat, entehrt sein Haupt. 5 Jede Frau aber, die betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt, entehrt ihr Haupt. 7 Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, weil er Bild Gottes ist. 8 Denn der Mann stammt nicht von der Frau, sondern die Frau ist vom Mann, 9 und eine Frau ist wegen des Menschen. 10 Die Frau soll Acht haben auf ihr Haupt um der Engel willen. 11 Doch im Herrn gibt es weder die Frau ohne den Mann noch den Mann ohne die Frau. 12 Wie die Frau vom Mann stammt, so kommt der Mann durch die Frau zur Welt. 19 Es muss Parteiungen geben, damit die Bewährten offenkundig werden. 23 Er sagte in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, nachdem er den Kelch genommen und gepriesen hatte: Das ist mein Blut. Und indem er das Brot nahm, nachdem er gepriesen hatte, sagte er: Das ist mein Leib. 28 Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken, 29 als Entscheidung, aber als Entschiedene.

12,1 Jedoch über die Gaben des Geistes aber möchte ich euch nicht in Unkenntnis lassen, Brüder. 2 Wisst, dass es 4 verschiedene Gnadengaben gibt, aber nur den einen Geist. Dem einen wird vom Geist geschenkt, die Fähigkeit der Weisheit, dem anderen, die Fähigkeit der Erkenntnis, 9 einem anderen in demselben Geist Glaube, einem anderen, die Gnadengabe der Krankheitsheilung, 10 einem anderen (die Gnadengabe) der Kräfte, einem anderen prophetisches Reden, einem anderen die Unterscheidung der Geister, einem anderen Arten der Zungenrede, einem anderen schließlich, sie zu übersetzen. 12 Denn wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des einen Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit dem Gesalbten. 14 Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern. 18 Nun aber hat Gott die Glieder so in den Leib eingefügt, wie es seiner Absicht entsprach. 19 Wären alle zusammen nur ein Glied, wo bliebe dann der Leib? 20 So aber gibt es viele Glieder und doch nur einen Leib. 24 Gott aber hat den Leib zusammengefügt.

13,1 Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. 2 Und wenn ich prophetisch reden könnte / und alle Geheimnisse wüsste / und alle Erkenntnis hätte; /3 Und wenn ich meinen Leib opferte, damit ich verbrannt werde, / hätte aber die Liebe nicht, / nützte es mir nichts. 4 Die Liebe ist langmütig, / ereifert sich nicht, / prahlt nicht. 6 Sie freut sich nicht über das Unrecht. 7 Sie glaubt alles, / hofft alles, / hält allem stand. 8  Sei es Prophetisches Reden, sei es Zungenrede sei es Erkenntnisse, sie vergehen. 9 Denn Stückwerk ist unser Erkennen, / Stückwerk unser prophetisches Reden. 12 Wir schauen wie in einen Spiegel / und sehen nur rätselhafte Umrisse, / dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Dann aber werde ich durch und durch erkennen, / so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. 13 Für jetzt bleiben diese drei: Glaube, Hoffnung, Liebe; / doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

 

14,1 Jagt der Liebe nach! Strebt aber auch nach den Geistesgaben, vor allem nach der prophetischen Rede! 2 Denn wer in Zungen redet, redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott; keiner versteht ihn: Der Geist redet geheimnisvolle Dinge. 3 Wer aber prophetisch redet, redet zu Menschen. Er baut auf, ermutigt, spendet Trost. 4 Wer in Zungen redet, erbaut sich selbst; wer aber prophetisch redet, baut die Gemeinde Gottes auf. 6 Nun aber, Brüder, wenn ich nicht zu euch sprechen werde in einer Offenbarung, in einer Erkenntnis, in einer Prophetie oder Lehre, 7 (sondern so wie) leblose Musikinstrumente nicht deutlich unterschiedene Töne hervorbringen, wie soll man dann erkennen? 9 So ist es auch mit euch, wenn ihr beim Reden in Zungen kein verständliches Wort hervorbringt. Wer soll dann das Gesprochene verstehen? Ihr redet nur in den Wind. 10 Es gibt wer weiß wie viele Sprachen in der Welt und nichts von ihnen ist ohne Klang. 11 Wenn ich nun den Sinn der Sprache nicht kenne, bin ich für den Sprecher ein Fremder, wie der Sprecher für mich. 12 So ist es auch mit euch. Da ihr nach Geistesgaben strebt, gebt euch Mühe, dass ihr damit vor allem zum Aufbau der Gemeinde beitragt! 13 Darum also soll einer, der in Zungen redet, beten, dass er es auch übersetzen kann. 14 Wenn ich in Zungen bete, betet zwar mein Geist, mein Verstand aber bleibt unfruchtbar. 15 Was folgt daraus? Ich soll im Geist beten, aber ich soll mit dem Verstand beten. Ich soll im Geist lobsingen, aber ich soll mit dem Verstand lobsingen. 16 Wenn du nur im Geist den Lobpreis sprächst und ein Unkundiger anwesend ist, wie kann er zu deinem Lobpreis das Amen sprechen; er versteht ja nicht, was du sagst. 17 Dein Lobpreis mag noch so gut sein, aber der andere wird nicht auferbaut, 19 doch vor der Gemeinde will ich lieber fünf Worte durch das Gesetz reden, um auch andere zu unterweisen, als zehntausend Worte in Zungen stammeln: 21 Im Gesetz steht: In anderen Sprachen und in anderen Lippen werde ich dieses Volk ansprechen. 21b34 Die Frauen sollen in der Versammlung schweigen; es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern haben sich unterzuordnen, wie auch das Gesetz sagt, 35 es sei denn sie wollen etwas lernen. 22 So ist Zungenreden ein Zeichen nicht für die Glaubenden, sondern für die Ungläubigen, prophetisches Reden aber ein Zeichen nicht für die Ungläubigen, sondern für die Glaubenden. 24 Wenn aber alle prophetisch reden und ein Ungläubiger kommt herein, 25 so wird auch was in seinem Herzen verborgen ist, aufgedeckt. 30 Wenn aber noch einem andern Anwesenden eine Offenbarung zuteil wird, soll der erste schweigen. 31 einer nach dem andern könnt ihr alle prophetisch reden. So lernen alle etwas und alle werden ermutigt. 32 Auch der Geist der ProphetInnen ist den ProphetInnen unterworfen, 33 denn er ist keiner der Unordnung, sondern des Friedens.

15,1 Über die Auferstehung der Toten. Ich mache euch kund, Brüder, das Evangelium, das ich euch verkündet habe, dass der Gesalbte gestorben ist und begraben und am dritten Tag auferweckt wurde, 11 So verkünden wir und so glaubt ihr. 12 Wie können dann einige von euch sagen: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht? 14 Ist der Gesalbte nicht auferweckt worden, dann ist auch unsere Verkündigung leer 21 Da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. 22 Wie sie in Adam sterben, so werden in dem Gesalbten alle lebendig gemacht werden, 24 wenn er Macht, Gewalt und Kraft entmachtet hat und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt. 25 Denn er muss herrschen, bis Gott ihm seine Feinde unter seine Füße gelegt hat. 26 Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod. 28 Wenn ihm dann alles unterworfen ist, wird auch er, der Sohn, sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei. 29 Wie kämen sonst einige dazu, sich für die Toten reinigen zu lassen? Wenn Tote gar nicht auferweckt werden, warum lässt man sich dann für sie reinigen? 35 Nun könnte einer fragen: Wie werden die Toten auferweckt, was für einen Leib werden sie haben? 36 Du Narr! Auch das, was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht vorher stirbt. 37 Und was du säst, ist nicht der Leib, der gezeugt werden wird; es ist nur ein nacktes Samenkorn eines Weizenkorns oder eines anderen. 38 Gott gibt ihm den Leib, den er vorgesehen hat, und zwar jedem Samen einen eigenen Leib. 39 Nicht alles Fleisch ist dasselbe: Das Fleisch der Menschen ist anders als das des Viehs, das Fleisch der Vögel ist anders als das der Fische. 40 Auch gibt es Himmelskörper und irdische Körper. Die Schönheit der Himmelskörper ist anders als die der irdischen Körper. 41 Der Glanz der Sonne ist anders als der Glanz des Mondes, anders als der Glanz der Sterne. 42 So ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, unverweslich. 43 Was gesät wird, ist armselig, was auferweckt wird, herrlich. Was gesät wird, ist schwach, was auferweckt wird, ist stark. 44 Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib. Wenn es einen irdischen Leib gibt, gibt es auch einen überirdischen. 45 So steht es auch geschrieben: Adam, der erste Mensch, wurde ein irdisches Lebewesen. Der letzte Herr wurde lebendig machender Geist. 46 Aber zuerst kommt nicht das Überirdische. 47 Der erste Mensch stammt von der Erde und ist Erde; der zweite Herr, der himmlische, stammt vom Himmel. 48 Wie der von der Erde irdisch war, so sind es auch seine Nachfahren. Und wie der vom Himmel himmlisch ist, so sind es auch seine Nachfahren. 49 Und wie wir nach dem Bild des Irdischen gestaltet wurden, so werden wir auch nach dem Bild des Himmlischen gestaltet. 50 Denn damit will ich sagen, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben werden; das Verwesliche erbt nicht das Unverwesliche. 51 Seht, ich enthülle euch ein Geheimnis: Wir werden zwar alle entschlafen, aber wir werden alle verwandelt werden - 52 die Toten werden als Unverwesliche auferweckt und wir werden verwandelt, plötzlich, in einem Augenblick. 53 Denn dieses Verwesliche muss sich mit Unverweslichkeit bekleiden und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit.

54 Wenn sich aber dieses Verwesliche mit Unverweslichkeit bekleidet und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit, dann erfüllt sich das Wort der Schrift: Verschlungen ist der Tod vom Sieg. 55 Tod, wo ist dein Sieg? / Tod, wo ist dein Stachel? 57 Gott sei Dank, der uns den Sieg geschenkt.



[1] Lev 18,5.


Tuesday, 15 August 2023

Gal 2, the controversy between Paul and Peter according to Marcion

  The reconstruction


11 Πέτρον[1] κατὰ πρόσωπον ἀντέστηνὅτι κατεγνωσμένος ἦν,[2]

11 τε δὲ ἦλθεν Κηφᾶς εἰς Ἀντιόχειαν, κατὰ πρόσωπον αὐτῷ ἀντέστην, ὅτι κατεγνωσμένος ἦν.



[1] With Tertullian who uses the accusative (Petrum). I am grateful to Mark Bilby who has drawn my attention to this phenomenon and the reliability of the short and attested text for the precanonical version (Email from 23.8.23). The unattested parts are products of the canonical redaction. Πέτρος can be found in 06, 010, 012, 018, 020, 630, 1505, 2464, M, it, vgmss, syh, MVict, Ambst, and in the latin tradition in 61, 64, 75, 76, 77, 78, 89. The difficulty, the Christian tradition had with the controversy between Paul and Peter, can be seen already in Tertullian and Clement of Alexandria. Clement, for example, does not identify Kephas with Peter, but takes him as one of the 70 disciples of Jesus, see Euseb. Caes., Hist. eccl. I 12,2. In contrast, Tertullian claims that the dispute was one of Peter's behaviour, not something substantial or doctrinal. Origen claims that there was not really any controversy at all between Paul and Peter, see H. Schlier, Der Brief an die Galater (1951), 48.

[2] Tert., Adv. Marc. V 3,7: Sed reprehendit Petrum non recto pede incedentem ad evangelii veritatem. Plane reprehendit, non ob aliud tamen quam ob inconstantiam victus, quem pro personarum qualitate variabat. See the attestation for Πέτρος and κατὰ πρόσωπον αὐτῷ ἀντέστην, so according to Harnack, Schmid and BeDuhn, and ὅτι κατεγνωσμένος ἦν, indicated by Tertullian's ad evangelii veritatem. Plane reprehendit, non ob aliud tamen quam ob inconstantiam victus, quem pro personarum qualitate variabat.

The lexic:

ὅτε, 112 times in the NT , Lk 2,21. 22. 42; 4,25; 13,35; 15,30; 22,35, in verses that are missing in *Ev, precanonically only attested for *Gal 4,3. 4. Ἀντιόχεια, 19 times in the NT, only here in a letter by Paul that is recognized today to be by Paul, yet here as elsewhere in the NT only at the canonical level (Acts 11,19. 20. 22. 26. 27; 13,1. 14; 14,19. 21. 26; 15,22. 23. 30. 35; 18,22; Gal 2,11; 2 Tim 3,11). πρόσωπον, 84 times in the NT, Lk 1,76; 2,31; 9,51, in verses that are missing in *Ev fehlen, then Lk 9,53; 10,1, where those parts of the verses with the term are absent from *Ev, precanonically attested for *Ev 7,27; 12,56; *Gal 2,11; *2 Cor 3,18; 4,6; *2 Thes 1,9. αὐτῷ, 780 times in the NT, Lk 1,5. 11. 19. 32. 74; 2,5. 26; 4,3. 5. 6. 8. 9. 12. 16. 17. 20. 22; 5,9; 7,43; 8,1. 19. 28. 38. 39; 9,32; 10,37; 13,1. 8. 31; 15,1. 16. 18. 21. 27. 30. 31; 18,43; 19,25; 20,10. 38; 22,43. 63; 23,43. 55; 24,19, in verses or part of verses that are missing in *Ev, precanonically attested for *Ev 4,35; 5,11; 6,29 (? Adamantius); 8,3. 18. 25; 9,30. 60; 11,11/12; 12,8. 10. 20; 16,29 (? Adamantius); 18,7. 37 (? Adamantius); 20,5; 22,14; 23,9 (?). 32; 24,42 (? Eznik); *Gal 2,11; *1 Cor 12,9; *2 Cor 1,20; *Rom 1,17; 11,35; *Laod 2,16; *Col 1,19; 2,13. ἀνθίστημι, 16 times in the NT, precanonically attested for *Ev 21,15 (at the canonical level in Mt 5,39; Lk 21,15; Acts 6,10; 13,8; Rom 9,19; 13,2; Gal 2,11; Eph 6,13; 2 Tim 3,8; 4,15; Ja 4,7; 1 Pet 5,9). καταγιγνώσκω, 3 times in the NT (at the canonical level in Gal 2,11; 1 John 3,20. 21. The form ἦν, 301 times in the NT, Lk 1,7. 10. 21. 22. 66. 80; 2,7. 25. 26. 33. 36. 40. 51; 3,23; 4,16. 17. 38; 5,15. 17; 7,37; 9,31. 45. 53; 15,9. 24. 32; 18,34; 19,47; 23,51. 53, in verses that are missing in *Ev fehlen, precanonically rare in *Ev and in *Paul, attested for *Ev 16,19 (? Adamantius); 20,4; *1 Cor 10,4; *Phil 3,7. 

Hence, in *Gal of Marcion's collection, the confrontation between Paul and Peter was one that took place immediately at their encounter in Jerusalem, not much later and not in Antioch, and it was not only Paul's rejection of Peter, but also of the other two, James and John, and of the church of Jerusalem. That is why we find the Letters of Peter, James and John together with Acts in the Praxapostolos and that the Jerusalem collect has been placed into the revised letters of Paul and indicated in Acts. So, Gal is even more a step between *Gal and Acts.

Of course, one could interject (as a dear friend and colleague did): Isn't it possible that T is changing the text as he is not because of *Gal but because the text as he has it is an embarrassment? IN other words, Gal 2.11-14 is such a disaster for his position of a picture of the early church as imagined by Acts that he has abbreviated it altogether? And further that it plays into Marcion's hand? I agree that Praxapostolos is a way of massaging this away. But perhaps I am not following your line of reasoning. I am not sure how creating the Antioch incident helps in an anti-Marcionite rendition since the dispute assumes Peter and "those from James" (I would include in that number John) shows the apostles at odds with Paul. Tertullian would have liked it if he could have ignored this altogether, But how would inventing Antioch have made things any better. I think I am missing something basic in your argument.

To this I replied:
Of course, you could be right that Tertullian gives us his abbreviation that does not reflect *Gal - this is very much the position of Schmid, Roth, Becker and others who approach *Gal from the canonical perspective. Throughout the work on the reconstruction, and particularly with the additional help of the very different lexic between *Paul and Paul (just as with *Ev and Lk), it has become clear that though Tertullian in places abbreviates the text, such abbreviations are more seldom than previously thought of. If one leaves the canonical perspective (and with it not only the idea that Marcion has abbreviated Lk and Paul - interestingly those who have given up this apologetic perspective are still inclined to approach *Paul and *Ev from the canonical text), methodologically you first have to think through the possibility that what Tertullian gives us is all that he read. Only if this does not make sense and there is need for the assumption of missing text and Tertullian abbreviating something, then I do recur to the canonical text.

On this case: You are right too, Gal 2 is an embarrassment for Tertullian and for his idea of the ideal church. That he does not mention Antioch at all - given the methodological approach, set out above - first needs to make one question, how would the text of Gal 2 read without it? The first thing one encounters is that the construction in which Tertullian gives us the report is Peter in the accusative. This could be chance, of course, but if the methodological approach is right, then it is rather an indication that what he attests to is the wording that I had sent you, and in this case, the resistance is not one in Antioch, but an immediate one in Jerusalem and a confrontation, as you rightly point out, with Peter, James and John - and the Jerusalem church in its entirety.

If this were so, what is the reason, I then ask, that the canonical redactor would alter the scenario? He moves the face to face controversy away from Jerusalem and further away from James and John with "those from James" no longer being the three themselves as the instigators of the controversy (and note the long discussion amongst scholars who try to remove "those from James" even further away from James). Antioch, of course, is the better place to stage the controversy, as a) it was not the centre of the Christian Church and the three pillars, b) it was the church where Paul lived - so the controversy takes place in his church, a community not more reliable than Paul himself, c) the community shows its support to Jerusalem by raising money and organising the collect, hence, proves the centrality and position of the church of Jerusalem.
Still, the controversy between Paul and Peter was embarrassing, as one can see from the counter-arguments in Tertullian, Tertullian reads the canonical text not as a doctrinal dispute, but a moral one and about Peters turncoat behaviour (still embarrassing enough, but explicable, given the other information the gospels give about Peter's behaviours). The redaction preserves James and John and the Jerusalem church, and I think, this is what is shown by adding letters that are attributed to these two or rather three apostles to the Praxapostolos that underpins Acts' narrative. There are still tensions between Acts and Gal, as it now stands - the redaction had to deal with *Gal, could alter it, but could not simply erase it or do away with everything. Yet, read from the perspective of Acts, Gal is even more tamed down then read as a stand alone text.

Monday, 7 August 2023

Augenzeugenschaft und Kunde bei Markion und die Frage nach seinen Quellen

Folgende Leserzuschrift erreichte mich:

Ich habe mit grossem Interesse das Buch «Christi Thora» gelesen. (Folgende zwei Fragen schließen sich an:)

 

  • Was mich erstaunt ist, dass Markion Paulus als einzigen Apostel anerkannt hat, obwohl der mit Christus nie in Kontakt war und seine Schriften erst in der Mitte des 1. Jh erschienen. Wissen Sie eine Antwort auf die Frage?
  • Wenn die These stimmt, das Markion das 1. Evangelium war, vor den Synoptikern, woher nahm Markion seine Ideen und Texte?

Zur ersten Frage der Begegnung mit Christus lässt sich sagen, dass für Markion ja gerade die Begegnung mit dem auferstandenen Geistwesen Christus, die Paulus, wie er in Gal sagt, in einer Offenbarung hatte, ausschlaggebend war. In der Begegnung mit dem Geistwesen besteht die wahre Augenzeugenschaft, die so nur Paulus unter allen Aposteln zuteil wurde.

Wie man der gerade veröffentlichten (M.V., Concordance to the Precanonical and Canonical New Testament, Texte und Arbeiten zum Neutestamentlichen Zeitalter 70, Tübingen: NarrFranckeAttempto, 2023) Konkordanz entnehmen kann, begegnet der Begriff für "Hören" oder "Kunde" (ἀκοή) recht häufig im kanonischen Paulus, er fehlt jedoch völlig in Markions Evangelium (*Ev) oder auch in Markions Sammlung der 10 paulinischen Briefe (*Paulus). So heißt es etwa in Röm 10,16-17:

 

„16 Doch nicht alle sind dem Evangelium gehorsam geworden. Denn Jesaja sagt: Herr, wer hat unserer Kunde geglaubt? 17 So kommt der Glaube aus der Kunde, die Kunde aber durch das Wort Christi.“[1]

In diesen zwei Versen steht erstens die From ὑπήκουσαν („gehorsam“), dann gleich 3 Mal mit der Steigerung das Nomen „Kunde“ (ἀκοή), wonach niemand der Kunde glaubt, wo doch Glaube aus der Kunde stammt und diese wieder auf Christus selbst zurückzuführen ist. Als Teil der Auseinandersetzung mit seinen Brüdern, den Israeliten, verweist Paulus zunächst auf den Jesajavers, dem er diesen Begriff entnimmt, und zwar in der LXX Fassung, die anders als der masoretische Text mit der Anrede an den Herrn, Gott, eröffnet.[2] Gott, der Herr, wird hier mit Christus gleichgesetzt, der durch sein Wort validiert, was zu hören ist, die oral verkündete Botschaft. Schon kurz zuvor in Vers 14 wurde auf die Bedeutsamkeit dieser Kunde hingewiesen: „Wie sollen sie nun den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündet?“[3] Wegen seiner dreigliedrigen, bündigen Form, wurde gefragt, ob es sich bei Vers 17 nicht um eine Glosse handelt.[4] In den nachfolgenden Versen verschärft sich die Auseinandersetzung mit Israel durch weitere Fragen: „Haben sie etwa nicht gehört?“ (Röm 10,18), „Hat etwa Israel nicht verstanden?“ (Röm 10,19) mit der harschen Hinzufügung, die Mose in den Mund gelegt wird: „Ich will euch eifersüchtig machen auf ein Volk, das kein Volk ist; auf ein unverständiges Volk will ich euch zornig machen“ (ibid.; Deut 32,21[5]), und mit einem weiteren Zitat aus Jesaja verdeutlicht Paulus, dass es nicht an Gott lag, denn dieser hatte sich nach Israel ausgestreckt, sondern die Schuld bei Israel liegt, das Gott nicht suchte (Jes 65,1[6]). In derselben Art formuliert Paulus auch Gal 3,2 gegenüber den Galatern: „Habt ihr den Geist durch die Werke des Gesetzes oder durch die Kunde der Glaubensbotschaft empfangen?“ und fast gleichlautend in Gal 3,5: „Warum gibt euch denn Gott den Geist und bewirkt Machttaten unter euch? Aus Werken des Gesetzes oder aus der Kunde der Glaubensbotschaft?“[7] Im Ersten Thessalonicherbrief wird die Bedeutung der Kunde personalisiert auf Paulus und seine Adressaten: „Darum danken wir Gott unablässig dafür, dass ihr das Wort Gottes, das ihr durch unsere Kunde empfangen habt, nicht als Menschenwort, sondern - was es in Wahrheit ist - als Gottes Wort angenommen habt; und jetzt ist es in euch, den Glaubenden, wirksam.“[8]

            Die Bedeutung der Kunde findet sich auch in den kanonischen Evangelien. Mt 4,24 formuliert, dass sich „die Kunde von ihm (oder seine Kunde) in ganz Syrien verbreitete“.[9] Mk 1,28 schreibt von „der Kunde von ihm (oder seiner Kunde), die sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa verbreitete“.[10] Außerdem kennt er ein Gleichnis der Taubenheilung (Mk 7,31-37; in der Mt-Parallele Mt 15,29-31 werden Stumme, Lahme und Blinde geheilt, doch von Tauben ist nicht die Rede).

Wichtiger aber ist, dass der Terminus im Zusammenhang der christlichen Identitätsbeschreibung und -abgrenzung zu finden ist, wieder mit Bezug zu Jesaja, und zwar im Johannesevangelium mit Bezug zur selben Jesajastelle, die uns bereits aus dem Römerbrief bekannt ist, Jes 53,1:

 

„37 Obwohl Jesus so viele Zeichen vor ihren Augen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn. 38 So sollte sich das Wort erfüllen, das der Prophet Jesaja gesprochen hat: Herr, wer hat unserer Kunde geglaubt? Und der Arm des Herrn - wem wurde seine Macht offenbar? 39 Denn sie konnten nicht glauben, weil Jesaja an einer anderen Stelle gesagt hat: 40 Er hat ihre Augen blind gemacht und ihr Herz hart, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile.“[11]

In dieser Auseinandersetzung mit Pharisäern führt Johannes dasselbe Zitat wie Paulus an, allerdings mit der bemerkenswerten Betonung nicht der Kunde oder des Gehörs, sondern, indem er ein weiteres Zitat aus demselben Jesajakapitel hinzufügt, verschiebt er das Gewicht hin zu den Augen, dem Sehen und zur Einsicht. Darin unterscheidet sich Johannes von Matthäus, der in Hinsicht auf die Gewichtung des Gehörs näher bei Paulus bleibt:

 

„Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht hören und nicht verstehen. 14 An ihnen erfüllt sich das Prophetenwort Jesajas: Hören sollt ihr, hören und doch nicht verstehen; / sehen sollt ihr, sehen und doch nicht einsehen. 15 Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden. / Mit ihren Ohren hören sie schwer / und ihre Augen verschließen sie, / damit sie mit ihren Augen nicht sehen / und mit ihren Ohren nicht hören / und mit ihrem Herzen / nicht zur Einsicht kommen / und sich bekehren und ich sie heile. 16 Eure Augen aber sind selig, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. 17 Denn, amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.“ (Mt 13,13-17)[12]

 Kurz darauf berichtet Mt 14,1, dass auch Herodes die Kunde von Jesus vernommen hatte. Auch von den endzeitlichen Dingen wird man Kunde erhalten (Mt 24,5-6 // Mk 13,7). In der Apostelgeschichte wird von den  Menschen in Athen berichtet, die von Jesu Kunde berichten (Apg 17,20) und wenig später, Apg 28,25-27, begegnen wir wieder dem Jesajavers, den wir gerade bei Johannes gelesen hatten, Jes 6,9-10, der hier Paulus in den Mund gelegt wird. Offenkundig dient diese Apg-Stelle wie überhaupt der wiederholt zitierte Jesajavers der Verstärkung der narrativen Verknüpfung der verschiedenen Schriften des kanonischen Neuen Testaments, die bereits Johannes mit seinem Rückbezug zum Römerbrief hergestellt hatte.[13]

 Aufgrund dieser herausgehobenen Bedeutung, die Gehör und Kunde beim kanonischen Paulus und in den Synoptikern haben, formuliert 2Tim 4,3-4, dass diejenigen, die die gesunde Lehre nicht ertragen und sich Fabeleien zuwenden, sich „das Ohr kitzeln lassen“ oder gar „das Ohr abwenden“. Hierzu passt auch die Kritik in Hebr 4,2, wenn es heißt, dass „auch uns das Evangelium verkündet worden ist wie jenen, doch hat ihnen das Wort der Kunde nichts genützt, weil es sich nicht durch den Glauben mit den Hörern verband“.[14]

            Dass das Gehör zum Leib gehört – allerdings ohne größere Gewichtung als andere Sinne,[15] erfährt man aus 1Kor 12,16-17, einer Passage, die vielleicht auch in *Paulus gestanden war und etwas in Spannung steht zu der herausgehobenen Bedeutung gerade des Gehörs in Röm. Dazu würde passen, dass in *Ev, anders etwa als in den zitierten Passagen aus Mt, das Sehen und Gesehene von größerer Bedeutung ist als das Hören und die Kunde, wenn etwa in *Ev 10,23 zunächst das Sehen seliggepriesen wird und in *Ev 10,24 vom Hören und der Kunde gar nicht mehr die Rede ist.[16] Auch wenn Lk 7,1 das Hören ergänzt, bleiben Hören und Kunde in diesem Evangelium verglichen mit Mt und Mk weniger beleuchtet.

            Überblickt man diese Ausführungen zu ἀκοή, wird deutlich, dass die Kunde und das Hören für Markion, und zwar sowohl für seinen *Paulus wie auch sein *Ev, von geringerer Bedeutung als das Wahrnehmen und Sehen hatte. Hierin unterscheidet sich sein Neues Testament von dem kanonischen, in welchem die Synoptiker, die Apostelgeschichte und die Paulinen das Hören und die Kunde aufwerteten, auch wenn das Johannesevangelium trotz Bezug zu Paulus mit der Herausstellung des Sehens Markion diesbezüglich näher steht als den anderen kanonischen Schriften – auch in anderen Fällen könnte man zeigen, dass Joh öfter als die Synoptiker Elemente Markions aufgreift. 

Um die Frage nach der Augenzeugenschaft zu beantworten: Das Sehen, darum auch in Gal der Hinweis auf die Offenbarung, und Tertullians Kritik an Markions Eröffnung von *Ev, er habe besser von einer "Erscheinung" statt von einer "Herabkunft" reden müssen, war für Markion wichtig, aber es war ein Sehen, wie Herr Grünstäudl richtig notiert, die als Offenbarung verstanden wurde, und zwar als eine solche eines Geistwesens (darum, worüber sich Tertullian lustig macht, habe Markion auch Eu-aggelion, als die Botschaft eines guten (eu) Engels (Angelos) verstanden).


Was die zweite Frage nach den Quellen betrifft: Die Sprachuntersuchung zum Wortschatz der markionitischen Sammlung, die ich wegen meiner Rekonstruktion der paulinischen Briefe in dieser anstellen musste (die Rekonstruktion wird wohl nächstes Jahr im Druck bei TANZ erscheinen), hat ergeben, dass man sowohl im Evangelium wie in den 10 paulinischen Briefen zwischen einem Wortschatz unterscheiden kann, der aus (mündlichen eher als schriftlichen) Vorlagen für Markions Sammlung von Evangelium und Paulinischen Briefen zu stammen scheinen (auffallenderweise unterscheiden sich die drei Pseudpaulinen 2Thess, Eph/Laod, Kol mit einem eigenen Wortschatz), und Markions eigenem Wortschatz, der sich überraschenderweise, gerade was kleine Flickwörter und Konjunktionen betrifft, sowohl in *Ev wie in *Paulus findet. 

Markion scheint demnach bei seiner Suche nach Materialien v.a. mündlich Kunde von Jesusmaterial und Paulusmaterial erhalten haben und dabei auch auf die wohl schriftliche Vorlage der drei Pseudpaulinen gestoßen zu sein, die er wie das Jesus- und Paulusmaterial gründlich bearbeitet hatte.


[1] Röm 10,16-17: 16 Ἀλλ' οὐ πάντες ὑπήκουσαν τῷ εὐαγγελίῳ: Ἠσαΐας γὰρ λέγει, Κύριε, τίς ἐπίστευσεν τῇ ἀκοῇ ἡμῶν; 17 ἄρα ἡ πίστις ἐξ ἀκοῆς, ἡ δὲ ἀκοὴ διὰ ῥήματος Χριστοῦ.

[2] Jes 53,1 LXX: κύριε, τίς ἐπίστευσεν τῇ ἀκοῇ ἡμῶν …, vgl. O. Michel, Der Brief an die Römer (1957), 231.

[3] Röm 10,14: Πῶς οὖν ἐπικαλέσωνται εἰς ὃν οὐκ ἐπίστευσαν; πῶς δὲ πιστεύσωσιν οὗ οὐκ ἤκουσαν; πῶς δὲ ἀκούσωσιν χωρὶς κηρύσσοντος;

[4] O. Michel, Der Brief an die Römer (1957), 231.

[5] Deut 23,21 LXX: αὐτοὶ παρεζήλωσάν με ἐπ᾽ οὐ θεῷ, παρώργισάν με ἐν τοῖς εἰδώλοις αὐτῶν· κἀγὼ παραζηλώσω αὐτοὺς ἐπ᾽ οὐκ ἔθνει, ἐπ᾽ ἔθνει ἀσυνέτῳ παροργιῶ αὐτούς.

[6] Jes 65,1 LXX: ᾿Εμφανὴς ἐγενόμην τοῖς ἐμὲ μὴ ζητοῦσιν, εὑρέθην τοῖς ἐμὲ μὴ ἐπερωτῶσιν· εἶπα ᾿Ιδού εἰμι, τῷ ἔθνει οἳ οὐκ ἐκάλεσάν μου τὸ ὄνομα.

[7] Gal 3,2: τοῦτο μόνον θέλω μαθεῖν ἀφ' ὑμῶν, ἐξ ἔργων νόμου τὸ πνεῦμα ἐλάβετε ἢ ἐξ ἀκοῆς πίστεως; Gal 3,5: ὁ οὖν ἐπιχορηγῶν ὑμῖν τὸ πνεῦμα καὶ ἐνεργῶν δυνάμεις ἐν ὑμῖν ἐξ ἔργων νόμου ἢ ἐξ ἀκοῆς πίστεως;

[8] 1Thess 2,13: Καὶ διὰ τοῦτο καὶ ἡμεῖς εὐχαριστοῦμεν τῷ θεῷ ἀδιαλείπτως, ὅτι παραλαβόντες λόγον ἀκοῆς παρ' ἡμῶν τοῦ θεοῦ ἐδέξασθε οὐ λόγον ἀνθρώπων ἀλλὰ καθώς ἐστιν ἀληθῶς λόγον θεοῦ, ὃς καὶ ἐνεργεῖται ἐν ὑμῖν τοῖς πιστεύουσιν.

[9] Mt 4,24: καὶ ἀπῆλθεν ἡ ἀκοὴ αὐτοῦ εἰς ὅλην τὴν Συρίαν.

[10] Mk 1,28: καὶ ἐξῆλθεν ἡ ἀκοὴ αὐτοῦ εὐθὺς πανταχοῦ εἰς ὅλην τὴν περίχωρον τῆς Γαλιλαίας.

[11] Joh 12,37-40: 37 Τοσαῦτα δὲ αὐτοῦ σημεῖα πεποιηκότος ἔμπροσθεν αὐτῶν οὐκ ἐπίστευον εἰς αὐτόν, 38 ἵνα ὁ λόγος Ἠσαΐου τοῦ προφήτου πληρωθῇ ὃν εἶπεν, Κύριε, τίς ἐπίστευσεν τῇ ἀκοῇ ἡμῶν; καὶ ὁ βραχίων κυρίου τίνι ἀπεκαλύφθη; 39 διὰ τοῦτο οὐκ ἠδύναντο πιστεύειν, ὅτι πάλιν εἶπεν Ἠσαΐας, 40 Τετύφλωκεν αὐτῶν τοὺς ὀφθαλμοὺς καὶ ἐπώρωσεν αὐτῶν τὴν καρδίαν, ἵνα μὴ ἴδωσιν τοῖς ὀφθαλμοῖς καὶ νοήσωσιν τῇ καρδίᾳ καὶ στραφῶσιν, καὶ ἰάσομαι αὐτούς. Vgl. auch Jes 6,10 LXX: ἐπαχύνθη γὰρ ἡ καρδία τοῦ λαοῦ τούτου, καὶ τοῖς ὠσὶν αὐτῶν βαρέως ἤκουσαν καὶ τοὺς ὀφθαλμοὺς αὐτῶν ἐκάμμυσαν, μήποτε ἴδωσιν τοῖς ὀφθαλμοῖς καὶ τοῖς ὠσὶν ἀκούσωσιν καὶ τῇ καρδίᾳ συνῶσιν καὶ ἐπιστρέψωσιν καὶ ἰάσομαι αὐτούς. Vgl. auch Fußnote 1042.

[12] Mt 13,13-17: 13 διὰ τοῦτο ἐν παραβολαῖς αὐτοῖς λαλῶ, ὅτι βλέποντες οὐ βλέπουσιν καὶ ἀκούοντες οὐκ ἀκούουσιν οὐδὲ συνίουσιν: 14 καὶ ἀναπληροῦται αὐτοῖς ἡ προφητεία Ἠσαΐου ἡ λέγουσα, Ἀκοῇ ἀκούσετε καὶ οὐ μὴ συνῆτε, καὶ βλέποντες βλέψετε καὶ οὐ μὴ ἴδητε. 15 ἐπαχύνθη γὰρ ἡ καρδία τοῦ λαοῦ τούτου, καὶ τοῖς ὠσὶν βαρέως ἤκουσαν, καὶ τοὺς ὀφθαλμοὺς αὐτῶν ἐκάμμυσαν: μήποτε ἴδωσιν τοῖς ὀφθαλμοῖς καὶ τοῖς ὠσὶν ἀκούσωσιν καὶ τῇ καρδίᾳ συνῶσιν καὶ ἐπιστρέψωσιν, καὶ ἰάσομαι αὐτούς. 16 ὑμῶν δὲ μακάριοι οἱ ὀφθαλμοὶ ὅτι βλέπουσιν, καὶ τὰ ὦτα ὑμῶν ὅτι ἀκούουσιν. 17 ἀμὴν γὰρ λέγω ὑμῖν ὅτι πολλοὶ προφῆται καὶ δίκαιοι ἐπεθύμησαν ἰδεῖν ἃ βλέπετε καὶ οὐκ εἶδαν, καὶ ἀκοῦσαι ἃ ἀκούετε καὶ οὐκ ἤκουσαν. Vgl. Jes 6,9-10 LXX: 9 καὶ εἶπεν Πορεύθητι καὶ εἰπὸν τῷ λαῷ τούτῳ ᾿Ακοῇ ἀκούσετε καὶ οὐ μὴ συνῆτε καὶ βλέποντες βλέψετε καὶ οὐ μὴ ἴδητε· 10 ἐπαχύνθη γὰρ ἡ καρδία τοῦ λαοῦ τούτου, καὶ τοῖς ὠσὶν αὐτῶν βαρέως ἤκουσαν καὶ τοὺς ὀφθαλμοὺς αὐτῶν ἐκάμμυσαν, μήποτε ἴδωσιν τοῖς ὀφθαλμοῖς καὶ τοῖς ὠσὶν ἀκούσωσιν καὶ τῇ καρδίᾳ συνῶσιν καὶ ἐπιστρέψωσιν καὶ ἰάσομαι αὐτούς.

[13] Vgl. hierzu wieder J.N. Lüke, Über die narrative Kohärenz zwischen Apostelgeschichte und Paulusbriefen (2019).

[14] Hebr 4,2: καὶ γάρ ἐσμεν εὐηγγελισμένοι καθάπερ κἀκεῖνοι, ἀλλ' οὐκ ὠφέλησεν ὁ λόγος τῆς ἀκοῆς ἐκείνους, μὴ συγκεκερασμένους τῇ πίστει τοῖς ἀκούσασιν. Vgl. auch wenig später die Kritik in Hebr 5,1: Περὶ οὗ πολὺς ἡμῖν ὁ λόγος καὶ δυσερμήνευτος λέγειν, ἐπεὶ νωθροὶ γεγόνατε ταῖς ἀκοαῖς.

[15] Nachdem, was zuvor in Röm gesagt war, erstaunt dies, auch im Kontext dessen, dass in der Antike „der Hand und dem Auge besonderer Wert beigemessen wurde“, A. Lindemann, Der Erste Korintherbrief (2000), 273.

[16] Vgl. hierzu M. Klinghardt, Das älteste Evangelium und die Entstehung der kanonischen Evangelien Band 2: Rekonstruktion | Übersetzung | Varianten. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage (2020), 823.

Friday, 7 July 2023

Chris Albert Wells: Marcion's Sting - An open Letter to me, a short reply

 First I have to thank Chris Albert Wells for his thorough and thoughtful open letter to me. Not only that he grasps and highlights the main points that I was trying to make, he also has seen the one big gap which I had seen in the past, but not addressed yet, as I had not worked through all Pauline Epistles and, therefore, was not in a position to answer his open letter yet.

Now that I have just published the Concordance of the precanonical and canonical New Testament, have worked through the Pauline Epistles and the rest of the canonical New Testament, have finished the reconstruction of the precanonical Paul and almost finished the introduction to this reconstruction, I have posted a preliminary answer to his open letter which I am detailing in the introduction to the reconstruction.

Here the short answer that I published on his academia.edu site:

Dear Chris, thanks so much for this open letter to which I am certainly going to reply. Your thorough article honours me and shows that in most elements we are in full agreement. The sting that you mention I had noticed of course, and you are right that I have neither highlighted it nor repsonded to the question that you raise. My short answer which I will need to detail - and you will see these in the upcoming reconstruction volumes of Paul's Letters in the Marcionite collection which I have just finished and for which I am writing the introduction at present - is that, again, our views are not too far: When I am talking about "authorship" of Marcion's Gospel, I had noted that he is not a Shakespeare, but rather somebody who collects and gathers material which he then digests and redacts. In case of the Gospel, a good amount of oral material, perhaps also written, but no-name material. Giving his account the name of "Euanggelion" is already an hommage to Paul and makes Paul present as the authority behind this text, a first reason, why implicitly he is in the Gospel and totally absent. However, the material itself does not seem to have had any explicit relation to Paul, and in this sense we might question even more whether Paul was a historical figure. Again, I would side with you that for Paul all that Marcion had was, again, material, perhaps some written, in the meantime having studied the letters, rather oral material. Paul is referred to in this material, that is why Marcion publishes the letters under his name. The historical information in it, however, is faint, and just as with Jesus, the Paul story might go back to Marcion.

There is another sting which you have not mentioned. Just as the "historical Paul" is absent from the Gospel, so is the "historical Jesus" absent from Paul. However, what both these sets of writings have in common is that they use history to de-historisize divine salvation, and I agree again with you on the eschatologically hellenized nature of both accounts.

After having done the full research on Marcion's Paul - and recently published a "Concordance of the precanonical and the canonical New Testament", it became clear to me that Marcion is as much an author/redactor of the Jesus- as of the Paul-material. Both sets share much of their lexic and semantic which goes as far as the use of small words, grammar ... The two texts derive from the same hand and mind, the differences (incl. the mutual absence of the protagonists) is due to the material to which Marcion remained faithful.